[lug-ld] Repraturprogramm gefragt; SSD-Problem?!
Volker Gass
vgass at gmx.de
Do Jan 22 00:24:46 CET 2026
Hallo Heinz,
das Schreiben dieser Antwort fällt mir nicht leicht, ich könnte mich einfach
zurücklehnen und denken: "was geht mich das alles an, ich halte mich da
raus..."
Aber Deine Art, wie Du Leute, die sich bereitwillig hinsetzen und Dir
ausführlich
versuchen zu antworten und helfen, vor den Kopf stößt, finde ich alles
andere als
"schön". Dabei fürchte ich fast, daß Du das selbst noch nicht einmal merkst.
Erst mal zu mir, damit ich nicht auch als "Jungmann" abqualifiziert werde.
Ich bin seit ganz am Anfang den Achtziger Jahre bei der "Computerei" dabei,
so auch mit den ersten Festplatten, die es je für "PC" gegeben hat.
(meine erste Festplatte hatte etwa 5 MEGA(!)Byte und kostete fast 6000 DM)
1987 arbeitete ich sogar eine Zeit lang für den Händler der Festplatten als
Software-Entwickler für seine Festplattentreiber. Das war aber nicht das
richtige und hatte keine Zukunft und so wechselte ich die Firma und in den
Kundensupport, d.h. ich kümmerte mich den ganzen Tag am Telefon und auch vor
Ort um alle "Wehwehchen" von Kunden, beriet Firmen und gab u.a. auch
Vorträge
und Schulungen. Nach einigen Zwischenstationen war ich zum Schluß bei
dem damals
größten Computerhändler verantwortlich für die deutschlandweite Leitung des
Supports. Dazu gehörte auch die Ausbildung weiterer Supporter – die Kontakte
zu den Endkunden wurden damit zwar etwas weniger, blieben mir aber zum Teil
bis heute erhalten.
Ich bin zwar jetzt durch mein Handicap schon eine ganze Zeit lang "draußen",
behaupte aber mit Fug und Recht, kein "Jungmann" zu sein und noch zu wissen,
wie "echter" Support geht. (nicht: starten sie mal den Rechner neu, dann
wird’s
schon wieder gehen. Sonst holen wir den Rechner ab und schreiben eine
Rechnung)
Es gibt Leute, die rufen ganz aufgeregt an, daß ihr Computer "nicht mehr
geht".
Fragt man dann etwas genauer nach, kann man manchmal mit etwas Glück
erfahren,
daß auf dem Bildschirm eine Meldung aufgepoppt war. Fragt man danach, was da
stand, kommt nicht selten die Antwort: "weiß nicht, hab ich gleich weg
gedrückt"
Bei Dir ist es nicht unähnlich: Du schreibst etwas von "komischen
Verhalten",
dann davon, man bei Windows einfach mal ein Programm startet und dann
ist alles
wieder gut - bis zum nächsten Mal. Oder eben auch nicht.
Irgendwie muß man an die Ursache des Problems kommen und Florian hat
sich bemüht,
auf die ihm bekannte Weise dem Ganzen zuerst einmal auf die Schliche zu
kommen.
Dafür erklärst Du ihn zum "Linux-Tiefenfummler" und schwadronierst
wieder mit
vielen Worten, daß das mit Windows alles einfacher geht, man von
Windows-Usern
nicht mehr erwarten kann und er die von Dir erwarteten Parameter nicht
eingehalten
hat: Programm mit GUI, Knopf drücken: gut.
Auch Hakon bekommt als "Jungmann" sein Fett weg und sprichst im jegliche
Support-
Kompetenz ab. Das finde ich schon ziemlich anmaßend, fast schon unverschämt.
Und immer wieder kommen die Vergleiche mit Windows, wie und daß es damit
besser
und viel einfacher geht.
Verstehe ich nicht: was willst Du in der Linux User Group (LUG) wenn Du
doch bei
Windows bleibst und bleiben willst, immer wieder von Windows sprichst
und immer
wieder Vergleiche damit ziehst. Wäre es nicht einfacher und sinnvoller,
sich mit
Gleichgesinnten in einer Windows-Gruppe zusammen zu setzen...?
Nix für ungut.
Die neue Folgeantwort von Florian, es mit "gParted" (GUI) zu versuchen,
entspricht
eigentlich am ehesten der Antwort, die Du erwartet hattest. Ich fürchte
nur, daß
gParted zu "mächtig" und damit zu gefährlich für einen "Windowsmenschen"
ist.
Es erfordert schon etwas Sorgfalt und Wissen und damit ist im
Handumdrehen auch mal
schnell eine Festplatte formatiert...
Zu den "komischen Zustände" und "Macken" der Festplatte bzw. SSD habe
ich aber
eine ganz andere Theorie. Ich (und "meine" Leute) nutzen Festplatten und
SSDs zum
Teil viele Jahre lang, meist ganz ohne die geringsten Probleme. (Macken)
Einen IO-Fehler sollte die Hardware von selbst erkennen und die Software
darauf
reagieren, Fehler im "Inhaltsverzeichnis" einer HD/SSD werden oft mit
mehrfach
redundanten Kopien der Dateistruktur und mit Journaling vorgebeugt.
Diese Redundanz wird wohl auch Dein Windows-Programm nutzen, eine
"Reparatur"
in dem Sinn kann man das eigentlich nicht nennen.
Die Ausfallsicherheit von Festplatten/SSD war bisher so hoch, daß einem
"Normalanwender" "verrottete" Bits im Alltag nie begegnet sind - viel
eher und
wahrscheinlicher sind es ganz andere Hardwareprobleme.
Da galt bisher nur: Pech gehabt - man hat ja schließlich sein Backup,
gell? ;-)
Das Thema "Bitrot" von HD/SSD ist erst mit den riesigen, neuen
Kapazitäten und den
super-eng gepackten Daten auffällig geworden, wo riesige Datenmengen
(Terabytes!)
hin- und her kopiert werden. Dagegen kann nur ein Dateisystem wie ZFS
und BTRFS
helfen. Doch deren Einsatz alleine reicht nicht ganz aus, man braucht
auch eine
vernünftige Hardware dazu und muß auch wissen, wie man diese richtig
einsetzt.
Aber das sind alles Themen, die gehören eher in die Welt der File- und
Datenserver.
Da hat Hakon wohl sehr viel mehr Erfahrung und Ahnung...
...mit Support kennt er sich ja nicht aus.
Lange (sehr lange) Rede, kurzer Sinn:
Als Ursache für Dein Problem mit dem komischen Verhalten und Macken
vermute ich
eher eine unzureichenden Hardware - und vor allem das olle NTFS. Dieses
proprietäre
Filesystem ist schließlich auch schon über 30 Jahre alt. In dieser Zeit
hat man es
vielleicht immer noch ein Stückchen weiter "aufgeblasen", aber wirklich
weiter-
entwickelt hat es sich, meines Wissens, nicht wirklich.
Thema Hardware:
Unsere Web- und Mailserver im Rechenzentrum liefen z.B. über fünf Jahre
lang unter
Last und rund um die Uhr (ext4, RAID1). Erst dann habe ich, und nur zur
Sicherheit
und zur Vorbeugung eines Hardwarefehlers, die Platten wechseln lassen -
nicht wegen
eines Problems. Privat ist in meinem Uralt-Mac immer noch eine
Festplatte von vor
2012 drinnen - läuft immer noch ohne Probleme, ohne Macken, kein
komisches Verhalten.
Ebenso meine erste SSD. Auch bei "meinen Leuten" und meinen "Kunden",
die ich zum
Teil schon über zwanzig Jahren betreue, habe ich von komischen Verhalten
und Macken
noch nie gehört. Das liegt aber vielleicht auch daran, daß die kein Windows
verwenden, wenn sie nicht müssen, sondern anspruchsvoller sind. Sicher,
eine Fest-
platte kann schon mal den Geist aufgeben, aber davon sprachen wir ja nicht.
Manchmal ist aber ein Problem nicht im Rechner, sondern vor dem Rechner.
Nix für ungut.
Ich bitte Dich, zukünftig den Leuten, die bereit sind, ihre Zeit zu
opfern, um Dir
zu helfen und zu antworten doch bitte etwas mehr Respekt und Dankbarkeit
entgegen zu
bringen - auch wenn deren Antwort nicht Deinen Erwartungen und
Anforderungen entsprechen
sollten.
Jetzt fürchte ich mich vor der wie üblich ausschweifenden Antwort.
Wie Du magst, ich brauche sie aber nicht.
Gruß
Volker
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